Dienstag, 27. Juni 2017

Abendpicknick am Fluss mit Schmelzfeuer

Wenn ich hinter dem Tresen in der Rösterei stehe, kann ich direkt auf die alte Eisenbahnbrücke
schauen, die sich über unser Flüsschen "Murg" spannt.
"Eigentlich doch ein idealer Ort, um nach Ladenschluss ein schönes Abendpicknick mit der
Familie am Flussufer zu verbringen", dachte ich mir.

So bereitete ich bereits am Morgen leckere Speisen zu, packte sie zusammen mit Kissen und 
Decke in eine große Kiste und deponierte alles bis zum Abend in der Rösterei.
Das Schmelzfeuer durfte auch mit - um am späteren Abend, wenn es dunkel wird, ein wenig 
stimmungsvolles Licht vor der Rösterei zu zaubern.




















Rosmarin-Grissini

300 g Mehl
15 g Hefe
1 TL Salz
1 1/2 EL Olivenöl
150 ml lauwarmes Wasser
1 Rosmarin-Zweig

Mehl in eine Rührschüssel geben. Hefe in Mehlmulde bröseln, Salz und Olivenöl zugeben 
und mit etwas lauwarmen Wasser zu einem Teig anrühren. Das restliche Wasser und etwas kleingeschnittenen Rosmarin dazugeben und mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verrühren. 
Teig ca. 30 min. gehen lassen.

Teig zu einer 1cm dicken Platte ausrollen. 1 cm breite Teigstreifen schneiden und jeweils etwas 
rund rollen. Die Stangen sollten nicht zu dick sein, damit sie beim Backen schön knusprig werden.
Die einzelnen Grissini-Stängchen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im 
vorgeheizten Backofen ca. 15 min. bei 200°C backen. 

Der Rosmarin in den Brotstangen lässt sich natürlich problemlos durch andere Kräuter ersetzen. 
Auch eine leckere Variante: Die Teigstangen vor dem Backen mit Parmesan, Mohn oder Sesam 
bestreuen.


Zum Dippen gab es zwei einfache aber köstliche Cremes:

Schafskäse-Dip

200 g Schafskäse
100 g griechischer Joghurt
1 Knoblauchzehe
Getrocknete Tomaten nach Belieben
Italienische Kräuter
Pfeffer, evtl. Salz

Knoblauch schälen und pressen. Getrocknete Tomaten klein schneiden. 
Alle Zutaten vermengen und mit dem Stabmixer pürieren.


Guacamole-Dip

1 reife Avocado
1 Knoblauchzehe
1 EL griechischer Joghurt
Etwas Zitronensaft
Salz und Pfeffer

Avocado schälen und Kern entfernen. Knoblauch schälen und pressen. 
Alle Zutaten miteinander vermengen und mit dem Stabmixer pürieren.



Das Rezept für die Zitronenlimo könnt ihr hier nachlesen.



Die Wraps waren mit einem Happs gegessen. Das nächste Mal werde ich davon die
doppelte Menge zubereiten. 

Dabei sind sie so schnell und kinderleicht in der Zubereitung:

Weizenmehl-Wraps mit Guacamole bestreichen, mit Rucola, Lachs und knusprig 
gebratenem Bacon belegen. Die rechte und linke Seite des Wraps leicht einklappen 
und Wrap von unten nach oben einrollen.



Erdbeer-Rhabarber-Tiramisu
(für 4 Personen)

200 g Erdbeeren
100 g Rhabarber
1 El Stärkemehl
1 EL Zucker
50 ml Orangensaft
125 g Mascarpone
100 g griechischer Joghurt
1 EL Honig
6-8 Dinkel-Löffel-Biskuits

Erdbeeren waschen und putzen. Große Erdbeeren etwas zerkleinern.
Rhabarber schälen und in kleine Stücke schneiden. 
Stärkemehl und Zucker in einem Topf mischen. Orangensaft einrühren. 
Erdbeeren und Rhabarber dazugeben und bei mittlerer Hitze ca. 10-15 min. einköcheln lassen. 
Dabei immer wieder umrühren. Erdbeeren zwischendurch mit einer Gabel zerdrücken. 
Erdbeer-Rhabarber-Kompott abkühlen lassen.

Mascarpone, griechischen Joghurt und Honig miteinander verrühren.

Jetzt wird geschichtet:
Zuerst die Löffel-Biskuit-Stücke, dann die Mascarpone-Creme und darauf das Kompott.









Nach Sonnenuntergang saßen wir noch lange auf der Terrasse vor der Rösterei.
Ich war völlig fasziniert von dem weichen Licht des Schmelzfeuers, das wie eine kleine
olympische Fackel vor sich hin loderte.

Aber der Clou ist: Das Schmelzfeuer kann immer wieder mit Wachs nachgefüllt werden, 
und zwar mit alten Kerzen und Wachsresten. Die Kerzenstumpen, die regelmäßig in 
den Wintermonaten anfallen, brauche ich jetzt nicht mehr wegzuwerfen - sondern kann 
sie auf eine schöne Art und Weise "recyceln". 





Liebe Grüße,
Sabine


Bezugsquelle:
Schmelzfeuer von DENK Keramik




Montag, 15. Mai 2017

Montag ist Rösttag

Immer montags ist Rösttag, da bleibt die Kaffeebar geschlossen. 

Wenn nämlich die große schwarze Röstmaschine auf Hochtouren läuft, wird es laut im Laden.
(Warum erinnert sie mich eigentlich immer an Emma, die unermüdliche Lok von Lukas und 
Jim Knopf?)

Dann schwingt sich der Röstmeister seine Schürze um die Hüfte und verwandelt ausgewählte 
Rohkaffees in feine Spezialitäten. Ganz besondere Freude macht es, wenn zudem ein 
Kaffeefarmer aus Uganda vorbeischaut und zusammen die ersten Proberöstungen des 
mitgebrachten Kaffeesamples getestet werden.





Erst bei der Röstung entstehen die besonderen Aromen eines Kaffees. Unglaublich, dass
sich Kaffee aus über 800 Aromen zusammensetzt!

In unserem schonenden Trommelröster haben die Kaffeebohnen bei niedrigen Temperaturen 
genügend Zeit, magenunverträgliche Säuren abzubauen und alle Aromen zu entwickeln

Filterkaffee-Röstungen werden bei uns zwischen 14-15 Minuten bei max. 190-200° und
Espresso-Röstungen zwischen 18-20 Minuten bei max. 200-210° geröstet.

Im Vergleich dazu wird bei einer industriellen Röstung der Kaffee bei Temperaturen 
von 400-600° in 2-4 Minuten geröstet verbrannt (Kommentar des Röstmeisters:
"Wie ein englisches Steak: Außen schwarz, innen roh..." ;)







Während des Röstvorgangs verändert die Kaffeebohne ihre Farbe von Zartgrün über
Gelb zu Hell- bzw. DunkelbraunHat der Kaffee die gewünschte Röststufe erreicht,
wird er aus der Rösttrommel ins Kühlsieb abgelassen.

Das ist dann auch der Moment, in dem für den Kaffeeröster und letztendlich für den 
Kaffeetrinker außer der Mehrwertsteuer eine zweite Steuer fällig wird: 
Die Kaffeesteuer - immerhin 2,19 Euro pro Kilo geröstetem Kaffee.









Nach dem Rösten lassen wir die Bohnen noch einen Tag ausgasen und verpacken sie
dann luftdicht in Beutel mit Aromaventil, damit kein Sauerstoff an die Bohnen gelangt.

Es ist übrigens nicht so, dass Kaffee ganz frisch geröstet am besten schmeckt.
Frisch geröstete Bohnen brauchen immer ein paar Tage, um auszugasen
und all ihre Aromen zu entwickeln. Daher sollte man die Bohnen nach der Röstung
nicht sofort zubereiten, sondern einige Tage abwarten.









Schon seit einiger Zeit feiert die Zubereitung im klassischen Handfilter ein kleines Revival.
Es ist schön zu sehen, dass man sich heute wieder Zeit für den Kaffee nimmt - sowohl 
bei der Zubereitung als auch beim Genuss.

Für alle, die gerne einmal handgefilterten Kaffee selbst zubereiten möchten, habe ich 
hier einige Tipps:
  1. Die Bohnen am besten frisch mahlen (mittelfein), dann geht das Aroma nicht verloren.
    Grundsätzlich gilt die Regel: 60g Kaffeemehl auf 1 Liter Wasser.
  2. Den Papierfilter erst einmal mit heißem Wasser durchspülen, um einen evtl.
    Eigengeschmack des Filters auszuwaschen und die Kanne vorzuwärmen.
    Danach das Wasser aus der Kanne wieder ausgießen.
  3. Das Kaffeemehl in den Filter geben und zunächst nur ein wenig 90-94° heißes Wasser
    dazugeben und etwas quellen lassen. Dann das restliche Wasser portionsweise und in
    kreisförmigen Bewegungen über das Pulver gießen.
  4. Auf Zucker und Milch möglichst verzichten, zu viel Milch überdeckt die Kaffeearomen.

Habt eine schöne Woche...
und nehmt euch die Zeit für eine gute Tasse Kaffee ;)
Sabine


Bezugsquelle:
Messbecher, Tasse mit Untertasse, Löffel, 
Schürze, Kaffeekanne & Filteraufsatz von Räder*

*Kooperation