Montag, 15. Mai 2017

Montag ist Rösttag

Immer montags ist Rösttag, da bleibt die Kaffeebar geschlossen. 

Wenn nämlich die große schwarze Röstmaschine auf Hochtouren läuft, wird es laut im Laden.
(Warum erinnert sie mich eigentlich immer an Emma, die unermüdliche Lok von Lukas und 
Jim Knopf?)

Dann schwingt sich der Röstmeister seine Schürze um die Hüfte und verwandelt ausgewählte 
Rohkaffees in feine Spezialitäten. Ganz besondere Freude macht es, wenn zudem ein 
Kaffeefarmer aus Uganda vorbeischaut und zusammen die ersten Proberöstungen des 
mitgebrachten Kaffeesamples getestet werden.





Erst bei der Röstung entstehen die besonderen Aromen eines Kaffees. Unglaublich, dass
sich Kaffee aus über 800 Aromen zusammensetzt!

In unserem schonenden Trommelröster haben die Kaffeebohnen bei niedrigen Temperaturen 
genügend Zeit, magenunverträgliche Säuren abzubauen und alle Aromen zu entwickeln

Filterkaffee-Röstungen werden bei uns zwischen 14-15 Minuten bei max. 190-200° und
Espresso-Röstungen zwischen 18-20 Minuten bei max. 200-210° geröstet.

Im Vergleich dazu wird bei einer industriellen Röstung der Kaffee bei Temperaturen 
von 400-600° in 2-4 Minuten geröstet verbrannt (Kommentar des Röstmeisters:
"Wie ein englisches Steak: Außen schwarz, innen roh..." ;)







Während des Röstvorgangs verändert die Kaffeebohne ihre Farbe von Zartgrün über
Gelb zu Hell- bzw. DunkelbraunHat der Kaffee die gewünschte Röststufe erreicht,
wird er aus der Rösttrommel ins Kühlsieb abgelassen.

Das ist dann auch der Moment, in dem für den Kaffeeröster und letztendlich für den 
Kaffeetrinker außer der Mehrwertsteuer eine zweite Steuer fällig wird: 
Die Kaffeesteuer - immerhin 2,19 Euro pro Kilo geröstetem Kaffee.









Nach dem Rösten lassen wir die Bohnen noch einen Tag ausgasen und verpacken sie
dann luftdicht in Beutel mit Aromaventil, damit kein Sauerstoff an die Bohnen gelangt.

Es ist übrigens nicht so, dass Kaffee ganz frisch geröstet am besten schmeckt.
Frisch geröstete Bohnen brauchen immer ein paar Tage, um auszugasen
und all ihre Aromen zu entwickeln. Daher sollte man die Bohnen nach der Röstung
nicht sofort zubereiten, sondern einige Tage abwarten.









Schon seit einiger Zeit feiert die Zubereitung im klassischen Handfilter ein kleines Revival.
Es ist schön zu sehen, dass man sich heute wieder Zeit für den Kaffee nimmt - sowohl 
bei der Zubereitung als auch beim Genuss.

Für alle, die gerne einmal handgefilterten Kaffee selbst zubereiten möchten, habe ich 
hier einige Tipps:
  1. Die Bohnen am besten frisch mahlen (mittelfein), dann geht das Aroma nicht verloren.
    Grundsätzlich gilt die Regel: 60g Kaffeemehl auf 1 Liter Wasser.
  2. Den Papierfilter erst einmal mit heißem Wasser durchspülen, um einen evtl.
    Eigengeschmack des Filters auszuwaschen und die Kanne vorzuwärmen.
    Danach das Wasser aus der Kanne wieder ausgießen.
  3. Das Kaffeemehl in den Filter geben und zunächst nur ein wenig 90-94° heißes Wasser
    dazugeben und etwas quellen lassen. Dann das restliche Wasser portionsweise und in
    kreisförmigen Bewegungen über das Pulver gießen.
  4. Auf Zucker und Milch möglichst verzichten, zu viel Milch überdeckt die Kaffeearomen.

Habt eine schöne Woche...
und nehmt euch die Zeit für eine gute Tasse Kaffee ;)
Sabine


Bezugsquelle:
Messbecher, Tasse mit Untertasse, Löffel, 
Schürze, Kaffeekanne & Filteraufsatz von Räder*

*Kooperation









Montag, 10. April 2017

Bärlauch-Nachschub & ein Golden Ei zu Ostern

Endlich! Es ist wieder Bärlauchsaison - schnell mal an den Lieblingssee fahren und 
für Bärlauch-Nachschub sorgen.

Den größten Teil des Bärlauchs gefriere ich ein, damit ich das ganze Jahr über immer
wieder frisch zubereitetes Bärlauchpesto genießen kann. Dazu wasche ich gründlich die
ganzen Bärlauchblätter, trockne sie sorgfältig und verpacke sie luftdicht in Gefrierbeutel.

Außerdem verwende ich den wilden Knoblauch auch gerne, um Suppen oder Saucen zu
verfeinern.





Auch in diesem Jahr gab es keine neue Osterdeko. Stattdessen kramte ich im Keller ein 
altes, abgeplatztes Plastikei hervor und motzte es etwas auf: 

Mit etwas Tapetenkleister strich ich das Ei ein und wälzte es in Sand (vom Spielplatz), 

so dass eine schöne raue Oberfläche entstand. Nach dem Trocknen bekam das Ei dann
eine Schicht goldene Farbe - fertig war das Golden Ei.

Die weißen Eier wurden in diesem Jahr mit schwarzen Streifen aus Washi-Tape und 
einer kunstvollen "Frohe Ostern"-Aufschrift von Hannah verziert.

















Ostern kann jetzt koooomen, ich bin bereit!

Wünsch euch eine bärige Osterzeit,
Sabine









Donnerstag, 6. April 2017

Die erste Woche in der Kaffeerösterei

Die letzte Woche war aufregend und wunderschön zugleich.
Wir konnten endlich unsere Kaffeerösterei eröffnen. Eine Viertelstunde vor der Eröffnung
fuhren die Handwerker mit dem letzten Baumaterial für den Außenbereich davon. 
Just in time.

Ohne groß die Werbetrommel gerührt zu haben besuchten uns am ersten Tag so viele Gäste, 
dass ich abends völlig erschöpft aber glücklich in mein Bett fiel.
Der große Zuspruch und das positive Feedback über den Kaffee und das schöne Ambiente
bestätigten uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und sich die Arbeit in den vergangenen 
Monaten gelohnt hat.







In den kleinen Details, die den Laden ausmachen, wurde ich vielmals unterstützt durch
Ina von Avie Art. Ich bin so dankbar, dass sie immer ein offenes Ohr hatte und für mich 
Dinge einfach ausprobierte.

So laserte sie unser Rösterei-Logo aus Holz in verschiedenen Größen - in Kleinformat 
als Aufsteller und riesengroß für die Wand - ein toller Eyecatcher für alle Gäste, die den 
Laden betreten.





Ganz besonders schön finde ich die ebenfalls gelaserten Labels aus SnapPap - ein Papier
in Lederoptik, das sich wunderbar vernähen und waschen lässt und sogar in den Trockner
darf.

Ich habe die Papier-Labels auf alles Mögliche genäht (und Nähen ist nicht gerade mein
Lieblingshobby - aber es hat so Spaß gemacht): auf Geschirrtücher, Handtücher, Shirts...
außerdem ziert ab sofort ein Label meinen Coffee-to-go-Becher.







Kaffeepäckchen zum Verschenken bekommen bei uns einen Holzanhänger umgebunden -
so lassen sich kleine Botschaften an den Beschenkten übermitteln und es sieht zudem
noch sehr dekorativ aus.
Ganz unter uns... ich glaube ja, die Einreißkerben zum Öffnen des Kaffees wurden
ursprünglich zum Befestigen genau dieser Holzanhänger konzipiert. Auf jeden Fall
sind sie wie geschaffen dafür ;)



Schalten Sie wieder ein, wenn es demnächst heißt: "Neues aus der Rösterei!"

Die Koffeinhändlerin Ihres Vertrauens;)
Sabine





Montag, 13. März 2017

Lieblingsplatz No.3 - Chillecke zum Auftanken & Energy Balls

Die Natur erwacht gerade wieder zu neuem Leben. Und wir? 
Wir kämpfen mit der Frühjahrsmüdigkeit und gähnen um die Wette. 

Die beste Therapie gegen Frühjahrsmüdigkeit ist ja bekanntlich regelmäßige Bewegung
an der frischen Luft. Bringt bei meinen Kids aber gerade rein gar nichts.
Nach einem langen Schultag und einem "beschwerlichen" Nachhauseweg (wohlgemerkt 
an der frischen Luft) führt ihr Weg meist direkt auf's Sofa oder Bett - mit dem Kommentar 
"Ich muss jetzt erst mal ausruhen!"

Für Hannah gehört zum Abschalten und Auftanken eine schöne Tasse Tee. 
So bereitet sie als allererstes eine Kanne mit fruchtigem Tee zu und stellt sie zusammen 
mit ihrer Teetasse auf einem Tablett bereit. 



Das weiße Tablett aus pulverbeschichtetem Stahl ist nicht nur praktisch, sondern durch 
seine sechseckige Form auch sehr stylisch und außergewöhnlich. Es hat die perfekte Größe, 
um eine Kanne, Tasse und einen kleinen Snack darauf zu platzieren.







Aus Trockenfrüchten habe ich am Wochenende im Mixer kleine Energie-Bomben hergestellt - 
sie schmecken köstlich zum fruchtigen Tee und sind das ideale Müsli für zwischendurch.
Und... sie kleckern und kleben nicht und verschwinden mit einem Bissen im Mund -
perfekt zum "Auf-dem-Sofa/Bett-essen".

Energy Balls

200 g getrocknete Aprikosen (Soft)
3 El Haferflocken (Feinblatt)
10 El Kokosraspel
1 El Kokosöl
1 El Honig

Getrocknete Aprikosen im Mixer klein hacken.
In einer Pfanne Haferflocken und 3 El Kokosraspel in 1 El Kokosöl leicht rösten. 
1 El Honig zugeben und verrühren.

Geröstete Haferflocken und Kokosraspel zu den klein gehackten Aprikosen geben und 

nochmals kurz mixen. Mit befeuchteten Händen zu walnussgroßen Kugeln formen. 
In den restlichen Kokosraspeln wälzen. Ca. 30 min. kühlen. Ergibt ca. 16 Kugeln.







Seitdem in Hannahs Zimmer der zierliche weiße Tray Table von Hay die wuchtige 
Holz-Obstkiste als Nachttisch ersetzt hat, wirkt die Ecke neben dem Bett viel heller,
freundlicher und frühlingshaft leicht. Gerade vor der roséfarbenen Wand kommt der 
filigrane Beistelltisch besonders schön zur Geltung.

Damit das so bleibt, hat Hannah nur wenige Gegenstände darauf platziert... 
darunter ihr neuer Kaktus aus dem Kakteenparadies. :)









Für Hannah ist es im Moment der absolute Lieblingsplatz zum Entspannen.

Wo ist euer Lieblingsplatz zum Ausruhen? 
Kämpft ihr auch mit der Frühjahrsmüdigkeit? So wie Jule, die gerade neben mir 
auf dem Sofa beim Vokabeln lernen (verständlicherweise;) eingeschlafen ist 
dabei ist noch heller Nachmittag! 
Da werde ich mich gleich mal dazu legen.

Frühjahrsmüde Grüße,
Sabine


Bezugsquelle:
Beistelltisch und weißes Tablett von Hay Design, 
Klammer-Löffel (ideal zum Portionieren und Verschließen von Tee) von Hay Design,
Punkte-Tasse von Marimekko
über Connox*


*Kooperation






Samstag, 11. Februar 2017

"Eröffnen wir zusammen eine Kaffeerösterei?"

Als mir mein Mann vor über einem Jahr leichtsinnig diese Frage stellte, antwortete ich 
spontan: "Ja, das machen wir!" 
(ich glaube ja mit dieser Reaktion hatte er nicht unbedingt gerechnet)

Auf einmal nahm unser Leben eine ganz neue Wendung.
Er kündigte seinen sicheren Job in der Automobilbranche und eignete sich das notwendige
Know-How an, um als Kaffeeröster Fuß fassen zu können.

Ihr könnt euch die Reaktionen im Freundes- und Familienkreis vorstellen: 
Von "Super toll!" bis zu "Das ist aber mutig!" (auf Deutsch: "Ihr habt wohl nicht alle Tassen 
im Schrank!") war alles dabei.





Wir ergänzten uns wunderbar - während ich mich um den kreativen Teil wie Location-
Auswahl, Einrichtung und Corporate Design kümmerte, erledigte mein Mann den 
organisatorischen und bürokratischen Kram mit den vielen Ämtern und ihren Auflagen...
Warum mussten wir unsere Rösterei auch unbedingt in einem alten historischen Fabrik-
gebäude verwirklichen! 

Außerdem übernahm er sämtliche technische und handwerkliche Arbeiten - nach genauer 
Anleitung versteht sich;)
Ich: "Kannst du die Lampen aufhängen? Am liebsten so, dass die Kabel nicht sichtbar
sind und in der Decke verschwinden."
Er: "Kein Problem, ich steig nur mal kurz unter die Decke und robbe auf der staubigen,
dünnen und viel zu engen abgehängten Zwischendecke mal eben zu der Stelle, an der 
die Lampen hängen."

Für mich blieben handwerklich niedere Arbeiten wie Streichen & Schleifen übrig -
dafür hatte mein Mann kaum Mitspracherecht, was das Interieur angeht.

Nach über einem Jahr Planen, Organisieren und Werkeln stehen wir nun kurz vor der 
Eröffnung unserer Kaffeerösterei mit Erpressobar.

Ich freue mich sehr, euch heute einige Bilder der Rösterei zeigen zu können.








Bei der Einrichtung war es mir wichtig, den Charakter des Fabrikgebäudes mit seiner 
Backsteinfassade auch im Inneren weiterzuführen. 

Im Laufe des letzten Jahres hielt ich immer wieder Ausschau nach schönen Stücken im
Industrie-Look - ich sammelte Gegenstände und Baustoffe, die mit ihrer Patina ein Stück 
Geschichte erzählen und zum Charme des alten Fabrikgebäudes passen.

Spannend finde ich, Neues und Altes so zu kombinieren, dass es ausgewogen ist und für 
das Auge nicht zu langweilig wird. 
Der alte Rollwagen stammt vom Trödler und fügt sich harmonisch in die gemütliche 
Lounge-Ecke mit den neuen Sofas und den Samtkissen ein - und dient als großzügige 
Abstellfläche für Tassen.

Die alten schwarzen Industrielampen setzen den Tresen und die selbstgebauten Tische ins 
richtige Licht. Und auch die alte, restaurierte Hobelbank ist ein wie ich finde besonders 
schöner Eyecatcher hinter dem modernen weißen Tresen.







Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl morgens in die Rösterei zu kommen,
wenn der Röster bereits läuft und im ganzen Raum ein herrlicher Duft von frisch
geröstetem Kaffee liegt.

Liebe Grüße und habt ein schönes Wochenende,
Sabine


Bezugsquellen
Kissen, Teppich und Gebäckglas von Madam Stoltz
Daybed von House Doctor über Das Tropenhaus
Industrielampen von JOLG
"Eisenwerk Rösterei"-Logo aus Holz von Avie-Art